· Von Melissa Gerdi
Was ist CBC? Cannabichromen einfach erklärt
Wer sich mit Cannabinoiden beschäftigt, stößt neben CBD, THC und CBG irgendwann auf die Abkürzung CBC. Gemeint ist Cannabichromen, ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze. Das CBC Cannabinoid ist wissenschaftlich interessant, aber deutlich weniger erforscht als CBD oder THC.
Kurz erklärt: CBC kommt von Natur aus in Cannabis sativa vor. Es ist nach heutigem Kenntnisstand nicht für die typische berauschende Wirkung von THC bekannt. Die Forschung besteht bisher überwiegend aus Labor- und Tierstudien. Belastbare Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen, einer sicheren Dosierung oder zur Langzeitanwendung beim Menschen sind deshalb nicht möglich.
Was ist CBC?
CBC steht für Cannabichromen. Es gehört zu den Phytocannabinoiden, also zu den Cannabinoiden, die von der Cannabispflanze selbst gebildet werden. Neben CBC zählen unter anderem CBD, CBG und THC zu dieser Stoffgruppe.
Die Abkürzung kann leicht zu Missverständnissen führen. Im englischsprachigen medizinischen Bereich steht „CBC“ häufig für „complete blood count“, also ein großes Blutbild. Bei Cannabis und Hanf bezeichnet CBC dagegen immer Cannabichromen.
Im Vergleich zu CBD ist CBC meist nur in geringeren Mengen enthalten. Wie viel davon in einer Pflanze vorkommt, hängt unter anderem von Genetik, Anbau, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab.
Wie entsteht Cannabichromen in der Hanfpflanze?
Viele Cannabinoide entstehen zunächst in einer sauren Vorstufe. Ein wichtiger Ausgangsstoff ist Cannabigerolsäure, kurz CBGA. Bestimmte Enzyme der Pflanze können daraus Cannabichromensäure, kurz CBCA, bilden. Durch Wärme oder längere Lagerung kann CBCA Kohlendioxid abspalten. Dieser Vorgang wird Decarboxylierung genannt. Dabei entsteht CBC.
Vereinfacht lässt sich der Weg so darstellen:
CBGA → CBCA → CBC
Ähnliche Umwandlungen gibt es auch bei anderen Cannabinoiden. Aus CBDA kann beispielsweise CBD entstehen, aus THCA wird THC. Wer die Grundlagen zu Cannabidiol nachlesen möchte, findet sie im Beitrag CBD für Anfänger.

Macht CBC high?
CBC ist nach bisherigem Kenntnisstand nicht für eine THC-typische berauschende Wirkung bekannt. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Produkt mit der Bezeichnung CBC automatisch frei von Risiken ist. Produkte können weitere Cannabinoide enthalten, falsch gekennzeichnet oder verunreinigt sein. Außerdem fehlen umfangreiche Humanstudien zu isoliertem CBC.
Aussagen wie „CBC ist garantiert nicht psychoaktiv“, „CBC beeinträchtigt niemals die Fahrtüchtigkeit“ oder „CBC ist völlig nebenwirkungsfrei“ wären deshalb zu weitgehend. Entscheidend ist immer die tatsächliche Zusammensetzung des jeweiligen Produkts.
Wie wirkt CBC im Körper?
Das Wort „Wirkung“ wird bei Cannabinoiden häufig sehr allgemein verwendet. Wissenschaftlich muss man jedoch zwischen einem molekularen Mechanismus, einem Befund aus einer Zellkultur, einem Tierexperiment und einer nachgewiesenen Wirkung beim Menschen unterscheiden.

Rezeptoren und Signalwege
Eine Zellstudie aus dem Jahr 2019 untersuchte die Aktivität von CBC an Cannabinoid-Rezeptoren. In diesem Modell zeigte CBC eine Aktivität am CB2-Rezeptor, nicht aber am CB1-Rezeptor.[3] Das ist ein mechanistischer Laborbefund. Er beweist nicht, dass CBC beim Menschen Beschwerden lindert oder Krankheiten behandelt.
In der Forschung werden außerdem mögliche Wechselwirkungen mit weiteren Signalwegen und Rezeptoren diskutiert. Solche Ergebnisse helfen dabei, Forschungsfragen zu entwickeln. Sie ersetzen jedoch keine klinischen Studien.
Was präklinische Forschung untersucht
Labor- und Tierstudien beschäftigen sich unter anderem mit Schmerzverarbeitung, entzündungsbezogenen Vorgängen, Krampfmodellen und neurobiologischen Mechanismen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst diese präklinischen Ansätze zusammen und betont zugleich die erheblichen Forschungslücken.[1]
Die korrekte Einordnung lautet daher nicht „CBC wirkt gegen Schmerzen“ oder „CBC ist entzündungshemmend“. Richtig ist: Solche Fragestellungen wurden bisher vor allem in Zell- und Tiermodellen untersucht. Ob sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen, ist offen.

Wie gut ist CBC am Menschen erforscht?
Die Humanforschung ist sehr begrenzt. In einer kleinen randomisierten Pilotstudie mit 43 Personen wurde untersucht, wie verschiedene Cannabinoide nach oraler Aufnahme im Körper messbar sind. CBC war dabei nur ein Bestandteil eines Öls, das gleichzeitig CBD und THC enthielt. Die Untersuchung dauerte sieben Tage und war keine Wirksamkeitsstudie.[2]
Die Studie zeigt, dass CBC nach der Einnahme des Mischprodukts im Blut nachweisbar war. Sie zeigt nicht, dass isoliertes CBC eine bestimmte gesundheitliche Wirkung besitzt. Auch eine allgemein sichere Tagesdosis lässt sich daraus nicht ableiten.
Ein pharmakokinetischer Review aus dem Jahr 2025 beschreibt weiterhin große Lücken bei klinischen Daten zu CBC, CBG und ihren sauren Vorstufen.[4]
CBC, CBD, CBG und THC im Vergleich
| Cannabinoid | Typische THC-ähnliche Berauschung | Stand der Humanforschung |
|---|---|---|
| CBC | Nach bisherigem Kenntnisstand nicht bekannt | Sehr begrenzt, überwiegend präklinisch |
| CBD | Nein | Deutlich umfangreicher, aber nicht auf CBC übertragbar |
| CBG | Nach bisherigem Kenntnisstand nicht bekannt | Begrenzt, viele offene Fragen |
| THC | Ja | Deutlich umfangreicher untersucht |
Der wichtigste Unterschied zwischen CBC und CBD liegt nicht in einem einfachen „besser oder schlechter“. Es handelt sich um verschiedene Moleküle mit unterschiedlichen pharmakologischen Eigenschaften. Erkenntnisse zu CBD dürfen deshalb nicht automatisch auf CBC übertragen werden.
Auch HHC ist nicht mit CBC gleichzusetzen. HHC ist ein anderes Cannabinoid mit anderer Daten- und Risikolage. Mehr dazu steht im Beitrag Was ist HHC?.

Was weiß man über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen?
Für isoliertes CBC gibt es bisher kein belastbares Sicherheitsprofil aus größeren und länger laufenden Humanstudien. Daher sind auch mögliche Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und Risiken für besondere Personengruppen nicht ausreichend geklärt.
Besondere Vorsicht ist bei Kindern, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Lebererkrankungen sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten geboten. Das ist keine Aussage darüber, dass CBC in diesen Situationen nachweislich schädlich ist. Es bedeutet, dass verlässliche Daten fehlen.
Eine wissenschaftlich begründete allgemeine Dosierungsempfehlung für CBC existiert derzeit nicht. Produktangaben oder Dosierungen aus Tierstudien sollten nicht auf Menschen übertragen werden.
Ist CBC in Deutschland legal?
Eine pauschale Antwort wie „CBC ist legal“ wäre irreführend. Der rechtliche Status hängt von der Produktart, der Zusammensetzung, dem Verwendungszweck und der Aufmachung ab.
Für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel ist die Novel-Food-Regelung besonders wichtig. Die Europäische Kommission nennt CBC ausdrücklich unter den Cannabinoiden, für die kein erheblicher Verzehr vor dem 15. Mai 1997 belegt ist.[5] Solche Stoffe benötigen grundsätzlich eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel, bevor sie als Lebensmittel vermarktet werden dürfen. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass gezielt mit Cannabinoiden angereicherte Extrakte grundsätzlich als neuartig beurteilt werden.[6]
Die Teillegalisierung von Cannabis ändert diese lebensmittelrechtlichen Anforderungen nicht. Andere Produktkategorien, etwa Kosmetika oder Arzneimittel, unterliegen eigenen Vorschriften. Die konkrete Verkehrsfähigkeit muss deshalb immer für das einzelne Produkt geprüft werden.
Häufige Fragen zu CBC
Was bedeutet CBC bei Cannabis?
CBC ist die Abkürzung für Cannabichromen. Es ist ein natürlich vorkommendes Phytocannabinoid der Cannabispflanze.
Ist Cannabichromen dasselbe wie CBD?
Nein. CBC und CBD sind unterschiedliche Cannabinoide. Erkenntnisse zur Wirkung oder Sicherheit von CBD können nicht einfach auf CBC übertragen werden.
Macht CBC high?
CBC ist nach bisherigem Kenntnisstand nicht für die typische berauschende Wirkung von THC bekannt. Da die Humanforschung begrenzt ist und Produkte weitere Stoffe enthalten können, sind absolute Sicherheitsversprechen nicht angebracht.
Welche CBC-Wirkung ist wissenschaftlich bewiesen?
Für isoliertes CBC gibt es derzeit keinen belastbaren klinischen Wirksamkeitsnachweis. Die meisten Ergebnisse stammen aus Zell- oder Tiermodellen.
Gibt es eine empfohlene CBC-Dosierung?
Nein. Es gibt derzeit keine allgemein anerkannte, wissenschaftlich abgesicherte Dosierungsempfehlung für CBC.
Ist CBC in Deutschland legal?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Produktart, Zusammensetzung, Zweckbestimmung und Aufmachung. CBC in Lebensmitteln fällt grundsätzlich unter die Novel-Food-Prüfung.
Fazit
Das CBC Cannabinoid ist ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze und ein interessantes Forschungsthema. Im Vergleich zu CBD und THC ist Cannabichromen jedoch nur wenig untersucht. Die bisherigen Ergebnisse stammen überwiegend aus Labor- und Tierstudien. Aussagen zu gesundheitlichem Nutzen, Nebenwirkungen, Langzeitsicherheit oder Dosierung beim Menschen wären derzeit verfrüht.
Wer sich über CBC informiert, sollte deshalb genau darauf achten, ob eine Aussage aus einer Zellstudie, einem Tiermodell oder einer Untersuchung am Menschen stammt. Diese Unterscheidung ist wichtiger als große Versprechen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Sepúlveda et al. (2024): The Potential of Cannabichromene (CBC) as a Therapeutic Agent
- Peters et al. (2022): Pharmacokinetics of cannabichromene in a medical cannabis product
- Udoh et al. (2019): Cannabichromene is a cannabinoid CB2 receptor agonist
- Lacerda et al. (2025): Pharmacokinetics of Non-Psychotropic Phytocannabinoids
- Europäische Kommission: Cannabinoide und Novel Food
- BVL: Hanf, THC, Cannabidiol und weitere Cannabinoide
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.