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Von Melissa Gerdi

Gras in Köln: Was ist legal und welche Bezugswege gibt es?

Wer nach „Gras Köln“ oder „Cannabis Köln“ sucht, findet im Netz schnell widersprüchliche Antworten. Seit April 2024 dürfen Erwachsene Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen besitzen und selbst anbauen. Einen freien Verkauf von THC-Cannabis in normalen Geschäften oder Online-Shops gibt es trotzdem nicht. Legal bedeutet also nicht, dass Cannabis überall gekauft, weitergegeben oder konsumiert werden darf.

Dieser Überblick erklärt die aktuelle Rechtslage für Köln, Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach und das umliegende Rheinland. Er zeigt, welche legalen Bezugswege bestehen, welche Mengen gelten und wie sich THC-Cannabis, CBD und CBG unterscheiden.

Kurzantwort: Erwachsene können Konsumcannabis legal aus dem eigenen privaten Anbau erhalten oder als Mitglied einer behördlich erlaubten Anbauvereinigung beziehen. Medizinisches Cannabis gibt es nach ärztlicher Verschreibung in Apotheken. Einen allgemeinen gewerblichen Verkauf von THC-Cannabis in Kölner Shops gibt es derzeit nicht.

Gras in Köln: Was ist seit der Teillegalisierung erlaubt?

Das Konsumcannabisgesetz, kurz KCanG, gilt bundesweit. Die Grundregeln sind in Köln dieselben wie in Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach und anderen Städten im Rheinland.

Volljährige dürfen bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis besitzen und im öffentlichen Raum mitführen. Am eigenen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt sind bis zu 50 Gramm getrocknetes Cannabis und bis zu drei lebende Cannabispflanzen erlaubt.[1] Die Mengen dürfen nicht einfach zusammengerechnet werden. Insgesamt dürfen zu Hause nicht mehr als 50 Gramm vorhanden sein.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Besitz und Verkauf. Das Gesetz erlaubt Erwachsenen bestimmte Besitzmengen, privaten Eigenanbau und die kontrollierte Weitergabe durch erlaubte Anbauvereinigungen. Es schafft aber keinen freien Einzelhandel mit THC-Cannabis. Wer „Gras kaufen Köln“ sucht, sollte daher wissen: Ein normaler Ladenverkauf oder ein frei zugänglicher Online-Shop für Konsumcannabis ist nicht Teil der geltenden Regelung.

Infografik zu Besitzgrenzen und Eigenanbau: 25 Gramm öffentlich, 50 Gramm zu Hause und drei lebende Cannabispflanzen

Welche legalen Bezugsmöglichkeiten gibt es?

1. Privater Eigenanbau

Erwachsene dürfen an ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt bis zu drei Cannabispflanzen gleichzeitig für den Eigenkonsum anbauen. Nach den Informationen des Bundesgesundheitsministeriums gilt dies für Erwachsene, die seit mindestens sechs Monaten einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.[2]

Die Pflanzen und das geerntete Cannabis müssen vor dem Zugriff durch Kinder und Jugendliche geschützt werden. Cannabis aus dem privaten Eigenanbau darf nicht an Freunde, Bekannte oder andere Dritte weitergegeben werden. Auch ein unentgeltliches Verschenken ist keine legale Bezugsquelle.

2. Behördlich erlaubte Anbauvereinigungen

Anbauvereinigungen, häufig auch Cannabis Social Clubs genannt, sind keine gewöhnlichen Verkaufsstellen. Es handelt sich um eingetragene, nicht wirtschaftliche Vereine oder Genossenschaften, die Cannabis gemeinschaftlich und nicht gewerblich für ihre Mitglieder anbauen. Vor dem Start benötigen sie eine behördliche Erlaubnis.

Eine Anbauvereinigung darf höchstens 500 Mitglieder haben. Mitglieder müssen volljährig sein und seit mindestens sechs Monaten in Deutschland wohnen oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hier haben. Die Satzung muss außerdem eine Mindestmitgliedschaft von drei Monaten vorsehen.[2]

Die Weitergabe erfolgt ausschließlich persönlich an Mitglieder. Versand und Lieferung sind verboten. Mitglieder ab 21 Jahren dürfen höchstens 25 Gramm pro Tag und 50 Gramm pro Monat erhalten. Für 18- bis 20-Jährige gelten höchstens 30 Gramm pro Monat; das abgegebene Cannabis darf maximal zehn Prozent THC enthalten.[3]

Für Anbauvereinigungen in Köln, Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach und dem übrigen Regierungsbezirk Köln ist die Bezirksregierung Köln zuständig. Dort werden Erlaubnisse erteilt und die Vereinigungen überwacht.[5] Eine Vereinsgründung oder ein Registereintrag allein beweist deshalb noch nicht, dass eine Vereinigung bereits Cannabis anbauen und weitergeben darf.

3. Medizinisches Cannabis aus der Apotheke

Medizinisches Cannabis ist rechtlich vom Konsumcannabis getrennt. Es darf von Ärztinnen und Ärzten verschrieben und anschließend im Rahmen des Apothekenbetriebs gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben werden.[6]

Ob eine Behandlung medizinisch sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Eine Suchanfrage wie „Cannabis Apotheke Köln“ ersetzt weder eine medizinische Diagnose noch eine ärztliche Indikationsstellung. Apotheken sind kein allgemeiner Verkaufsweg für Freizeitkonsum.

Übersicht der geregelten Cannabis-Bezugswege: privater Eigenanbau, erlaubte Anbauvereinigung und Apotheke mit Rezept

Wo kann man Cannabis in Köln nicht legal kaufen?

Die Teillegalisierung hat keinen freien Markt für THC-Cannabis geschaffen. Nicht zu den legalen Bezugswegen gehören:

  • Verkäufer auf der Straße oder in Parks,
  • private Angebote über Messenger oder soziale Netzwerke,
  • Online-Shops ohne medizinische Verschreibung und Apothekenbezug,
  • Weitergabe oder Verkauf aus privatem Eigenanbau,
  • Vereine ohne die erforderliche behördliche Erlaubnis.

Dieser Artikel nennt bewusst keine illegalen Verkaufsorte. Neben den rechtlichen Risiken besteht auf dem Schwarzmarkt keine verlässliche Kontrolle von THC-Gehalt, Verunreinigungen oder synthetischen Beimischungen.

Vergleich erlaubter Cannabiswege und nicht erlaubtem freien Verkauf in normalen Geschäften oder Online-Shops

Wo darf in Köln Cannabis konsumiert werden?

Erlaubter Besitz bedeutet nicht, dass der Konsum an jedem Ort zulässig ist. Das KCanG untersagt den Konsum insbesondere in unmittelbarer Gegenwart Minderjähriger sowie in und in Sichtweite bestimmter Einrichtungen. Dazu gehören Schulen, Kinderspielplätze, Kinder- und Jugendeinrichtungen und öffentlich zugängliche Sportstätten. Rund um deren Eingangsbereiche gilt eine Schutzzone von 100 Metern. In Fußgängerzonen ist der Konsum zwischen 7 und 20 Uhr verboten.

Die Stadt Köln weist zusätzlich auf die örtliche Kontrolle dieser Regeln hin.[4] In Nordrhein-Westfalen kann der Konsum in Verbotszonen mit 50 bis 500 Euro geahndet werden. Für den Konsum in unmittelbarer Gegenwart Minderjähriger nennt der NRW-Bußgeldrahmen 300 bis 1.000 Euro.[8]

Kommunen und Veranstalter können weitere Regeln über Hausrecht, Veranstaltungsordnungen und örtliche Schutzzonen vorgeben. Wer in Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach oder einer anderen Stadt im Rheinland konsumieren möchte, sollte daher neben dem Bundesrecht auch die örtlichen Hinweise beachten.

Cannabis legal in Köln: Gilt im Rheinland etwas anderes?

Die materiellen Grundregeln kommen aus dem Bundesrecht. Köln, Bonn und Leverkusen sind kreisfreie Städte, Bergisch Gladbach liegt im Rheinisch-Bergischen Kreis. Alle liegen im Regierungsbezirk Köln. Deshalb ist für die Erlaubnis und Überwachung der dort ansässigen Anbauvereinigungen grundsätzlich die Bezirksregierung Köln zuständig.

Die Kommunen kontrollieren vor allem Besitz- und Konsumverstöße sowie örtliche Verbotszonen. Daraus können Unterschiede bei Kontrolldichte, Veranstaltungen und zusätzlichen Hausordnungen entstehen. Einen freien THC-Cannabisverkauf gibt es aber weder in Köln noch in den umliegenden Städten.

THC, CBD und CBG: Wo liegt der Unterschied?

Cannabis enthält zahlreiche Cannabinoide. Für die rechtliche und praktische Einordnung ist es wichtig, die Stoffe nicht gleichzusetzen.

Stoff Typische Einordnung Berauschende Wirkung Wichtiger rechtlicher Hinweis
THC Tetrahydrocannabinol, prägender Wirkstoff von Konsumcannabis Ja, THC ist der hauptsächlich psychoaktiv wirkende Bestandteil Konsumcannabis unterliegt dem KCanG; Verkauf bleibt außerhalb der gesetzlichen Bezugswege verboten
CBD Cannabidiol, natürliches Cannabinoid der Hanfpflanze Keine für THC typische Berauschung Die Verkehrsfähigkeit hängt von Produktart, Zusammensetzung und Verwendungszweck ab
CBG Cannabigerol, weniger erforschtes Cannabinoid Nach bisherigem Kenntnisstand keine für THC typische Berauschung Auch hier entscheidet die konkrete Produktkategorie; eine pauschale Legalitätsaussage wäre unseriös

Besonders bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln ist Vorsicht nötig. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Cannabinoide wie CBD im Novel-Food-Kontext geprüft werden müssen und cannabinoidangereicherte Lebensmittel nicht automatisch verkehrsfähig sind.[7]

Wer sich näher mit Cannabidiol beschäftigen möchte, findet im Beitrag CBD für Anfänger einen Einstieg. Weitere Grundlagen zu Cannabinoiden stehen in unserer CBD-Wissensübersicht.

Sachlicher Vergleich von THC, CBD und CBG nach Rauschwirkung, rechtlicher Einordnung und Forschungsstand

CBD Köln: Was bietet CBD-Hase an?

CBD-Hase ist eine Kölner Marke mit Online-Shop. Das aktuell öffentlich sichtbare Sortiment umfasst unter anderem CBD- und CBC-Aromaprodukte sowie verschiedene CBD-Öle.[9][10] Der Shop weist außerdem auf einen Verkauf ausschließlich an Volljährige hin.

Wichtig für die Abgrenzung: CBD-Hase verkauft kein THC-Cannabis zu Genusszwecken und ist keine Abgabestelle für Konsumcannabis. Der Markenabschnitt in diesem Artikel ist keine Werbung für THC-Cannabis oder eine Anbauvereinigung. Bei jedem cannabinoidhaltigen Produkt sind die konkrete Zusammensetzung, Kennzeichnung, Produktkategorie und vorgesehene Verwendung entscheidend.

Fünf häufige Fragen zu Gras und Cannabis in Köln

Kann man Gras in Köln legal im Geschäft kaufen?

THC-haltiges Konsumcannabis kann derzeit nicht frei in normalen Geschäften gekauft werden. Legale Wege sind der private Eigenanbau im gesetzlichen Rahmen, die persönliche Weitergabe durch eine behördlich erlaubte Anbauvereinigung an ihre Mitglieder und medizinisches Cannabis auf ärztliche Verschreibung aus der Apotheke.

Wie viel Cannabis darf eine erwachsene Person in Köln besitzen?

Im öffentlichen Raum dürfen Erwachsene bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis besitzen. Am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt sind bis zu 50 Gramm und bis zu drei lebende Cannabispflanzen erlaubt. Bei höheren Mengen drohen je nach Umfang Ordnungswidrigkeiten oder Strafverfahren.

Darf eine Anbauvereinigung Cannabis nach Hause liefern?

Nein. Versand und Lieferung sind verboten. Cannabis darf nur persönlich innerhalb des befriedeten Besitztums der erlaubten Anbauvereinigung an Mitglieder weitergegeben werden.

Kann man medizinisches Cannabis in Köln ohne Rezept erhalten?

Nein. Medizinisches Cannabis wird ärztlich verschrieben und von Apotheken gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben. Die ärztliche Entscheidung richtet sich nach der individuellen medizinischen Situation.

Sind CBD und CBG dasselbe wie THC-Cannabis?

Nein. CBD, CBG und THC sind unterschiedliche Cannabinoide. THC ist für die typische berauschende Wirkung von Cannabis verantwortlich. CBD und CBG sind nicht für eine vergleichbare THC-Berauschung bekannt. Trotzdem ist nicht jedes CBD- oder CBG-Produkt automatisch legal; die Produktkategorie und Zusammensetzung müssen jeweils geprüft werden.

Fazit: Legal bedeutet nicht frei verkäuflich

Wer nach Gras in Köln oder Cannabis legal in Köln sucht, sollte zwischen Besitz, Eigenanbau, Anbauvereinigung, medizinischer Versorgung und gewerblichem Verkauf unterscheiden. Erwachsene dürfen bestimmte Mengen besitzen und unter engen Voraussetzungen selbst anbauen. Erlaubte Anbauvereinigungen können ihren Mitgliedern Cannabis kontrolliert weitergeben. Medizinisches Cannabis bleibt an ärztliche Verschreibung und Apotheke gebunden.

Einen freien Verkauf von THC-Cannabis in Köln, Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach oder dem übrigen Rheinland gibt es derzeit nicht. CBD-Hase ist davon klar getrennt und bietet kein THC-Cannabis zu Genusszwecken an.

Offizielle Quellen

  1. Konsumcannabisgesetz § 3: Erlaubter Besitz
  2. Bundesgesundheitsministerium: Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz
  3. Konsumcannabisgesetz § 19: Kontrollierte Weitergabe
  4. Stadt Köln: Cannabis, Fragen und Antworten
  5. Bezirksregierung Köln: Anbauvereinigungen nach dem KCanG
  6. Medizinal-Cannabisgesetz § 3: Verschreibung und Abgabe
  7. BVL: Hanf, THC, CBD und weitere Cannabinoide
  8. Land NRW: Regeln und Bußgelder zur Cannabiskontrolle
  9. CBD-Hase
  10. CBD-Hase: aktuelles Sortiment

Stand: Oktober 2026. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechts- oder Medizinberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Gesetze, örtlichen Anordnungen und der konkrete Einzelfall.